Nachruf: Oswald Happle senior ist tot
Oswald Happle, der mit seinem Bruder das Autohaus Happle und Messmer in zweiter Generation geführt hat.
Oswald Happle, der mit seinem Bruder das Autohaus Happle und Messmer in zweiter Generation geführt hat. | Bild: privat
Stockach
20.04.2017 19:22
Oswald Happle, Seniorchef des heutigen Autohauses Happle und Messmer in Stockach, war Mechaniker aus Leidenschaft. Mit 87 Jahren ist der umtriebige Mann nun gestorben.

Wenn sich Oswald Happle an seinen Vater Oswald senior erinnert, fallen ihm zum Beispiel Mechanik, Sport, Fasnacht, Feuerwehr oder Kirche ein. "Die Mechanik, das war sein Steckenpferd", sagt Happle jun. über seinen Vater. Als Mechanikermeister sei der Mann, der nach dem Krieg das Abitur in Konstanz abgelegt hatte, ein stolzer Handwerker gewesen. Sein Reich war die mechanische Werkstatt im heutigen Autohaus Happle und Messmer, das Oswald Happle sen. mit seinem Bruder Eugen 1972 vom Vater, der ebenfalls Oswald hieß, übernahm. "Damals gab es noch eine Abteilung für Landmaschinen und eben die mechanische Werkstatt, eine Abteilung, die es heute nicht mehr gibt", so Happle jun., der mit seinem Cousin Thomas das Unternehmen seit 1995 führt. Aus dieser Leidenschaft für die Mechanik ist auch eine Seilereimaschine entstanden, die Happle sen. mit Hermann Muffler, dem Großonkel des heutigen Seilers Bernhard Muffler, entwickelte.

Die Arbeit an der Drehbank habe seinem Vater auch die Gelegenheit gegeben, nebenher Sport zu treiben, erzählt Oswald Happle jun. Während die Drehbank gelaufen sei, habe der Vater Kugelstoßen mit einer Zehn-Kilogramm-Kugel trainiert. Überhaupt war der Sport eine große Leidenschaft von Oswald Happle sen. 20 goldene Sportabzeichen in 22 Disziplinen habe er erworben, erzählt sein Sohn. Nur beim Kanufahren habe er nicht genug trainieren können. Eng verbunden war Happle sen. auch mit dem VfR Stockach, für den er in der ersten Mannschaft gespielt und als Jugendtrainer gearbeitet habe.

Aus Ehrenämtern habe sein Vater sich nichts gemacht – dafür aber aus der Fasnacht. Da sei er bei der Zimmerergilde gewesen und habe vor den Verhandlungen des Narrengerichts die Beklagten im kleinen Kreis auf die Schippe genommen. Beim damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher 1984 habe das sogar zu einer extra Danksagung des Beklagten geführt. Außerdem war Oswald Happle von 1951 bis 1991 aktiv in der Feuerwehr, viele Jahre Mitglied der CDU und aktiv im Stiftungsrat der katholischen Gemeinde Stockach. Sein größtes Projekt in diesem Gremium, das die Gemeinde in Verwaltungs- und Vermögensangelegenheiten vertritt, war die Restaurierung der Loreto-Kapelle am Friedhof, die er federführend organisiert hat. Seine Kinder charakterisieren den Vater als geradeheraus und standhaft – und manchmal auch als laut.

Am Ostermontag, 17. April, ist Oswald Happle sen. im Alter von 87 Jahren gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Nella, mit der er 58 Jahre verheiratet war, sowie die drei Kinder Oswald, Isabell und David mit deren Familien. Oswald Happle wird am Freitag, 21. April, um 14 Uhr auf dem Friedhof Loreto beerdigt, anschließend Seelenamt in der Unterkirche in Stockach.

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