Auf der Reichenau feiern die Gläubigen den Inselpatron Markus unter anderem stets mit einer Prozession.
Die Reichenau feiert ein Fest für Inselpatron Markus
Bild: Archivbild: Thomas Zoch
Reichenau
21.04.2017 16:17
Auf der Reichenau begehen die Gläubigen am 25. April den ersten ihrer drei besonderen Feiertage. Dann würdigen sie den Evangelisten Markus, der auch ihr Inselpatron ist.
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Die gelebte Tradition aus der großen Klosterzeit im Mittelalter auf der Insel Reichenau ist Teil des Weltkulturerbes. Bis heute begehen die katholischen Gläubigen ihre besonderen drei Inselfeiertage, beginnend mit dem Markusfest am Dienstag, 25. April. Der Evangelist Markus ist seit der Klosterzeit der Inselpatron. Die weiteren Inselfeiertage sind das Heilig-Blut-Fest eine Woche nach Pfingsten und Mariä Himmelfahrt am 15. August.

Das Markusfest wird bereits am Vorabend um 19 Uhr im Münster feierlich eröffnet. Am Feiertag findet ebenda um 9 Uhr ein Pontifikalamt statt. Hauptzelebrant und Festprediger ist der Abt Winfried Schwab von der Benediktiner-Abtei Neuburg. Im Rahmen des Festgottesdienstes führen Münsterchor und -orchester unter der Leitung von Roland Uhl Mozarts Krönungsmesse auf. Im Anschluss, gegen 10.15 Uhr, findet im Inselzentrum die Markusprozession statt. Dabei werden der Markusschrein und auch die anderen Reliquienschreine aus der Münsterschatzkammer mitgetragen. Die Trachtengruppe und die historische Bürgerwehr begleiten die Prozession der Gläubigen. Die Bürgerwehr umrahmt die Feierlichkeiten mit Paraden auf dem Münsterplatz.

Der Heilige Markus starb nach dem Jahr 66 in Alexandria als Märtyrer. 828 fanden zwei venezianische Kaufleute dort die Gebeine, entwendeten diese und brachten sie nach Venedig. Dort ließ der Doge für die Reliquien eine Kirche, die Vorgängerin des heutigen Markusdoms, errichten.

Reliquien des Evangelisten kamen 830 durch Bischof Ratold von Verona, dem Gründer von Radolfzell, in die Benediktinerabtei Reichenau. Der mit der Reichenau eng verbundene Ratold hatte sie in Italien gekauft. Zu den Abmachungen gehörte, dass der Bischof den Namen des Heiligen zu seinen Lebzeiten nicht preisgeben durfte. So gelangten die Markusreliquien unter dem Decknamen des heiligen Valens auf die Reichenau. Erst im Laufe der Jahrzehnte wurde der wahre Name des Heiligen bekannt. Im 10. Jahrhundert begann die öffentliche Verehrung des Evangelisten Markus auf der Reichenau.

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