Kochen mit Erika: Der verführerische Duft von Selbstgebackenem
Lecker: Sacher-Torte. <em>Bild: adobe.stock.com</em>
Lecker: Sacher-Torte. Bild: adobe.stock.com
Gaienhofen
11.08.2017 14:41
Eine verlockend angerichtete Kuchentafel ist eine Visitenkarte für gute und herzliche Gastlichkeit.

Ein Fest ist geballte Lust am Leben, ist das Glück des Augenblicks. Kuchen essen alle gern! Kein Geburtstag ohne süßes Gebäck. Festtage werden für die Familie erst richtig schön, wenn aus Mutters Küche der verführerische Duft von Selbstgebackenem strömt. Die Gepflogenheit, selber zu backen, wie es für unsere Großmutter noch ganz selbstverständlich war, ist es wert, wieder öfter in die Mitte des Familienlebens gerückt zu werden. Eine verlockend angerichtete Kuchentafel ist allemal eine Visitenkarte für gute und herzliche Gastlichkeit.

In jeder Familie gibt es ein paar traditionelle Lieblingskuchen. Ihre Namen sind vertraut und durchaus logisch. Zwetschgenkuchen ist eben ein Kuchen mit Zwetschgen, eine Marzipantorte besteht größtenteils aus Marzipan. Aber ein Blechkuchen? Er wird natürlich nicht aus, sondern auf einem Blech gebacken, und ein Marmorkuchen besteht nicht aus Marmor, sondern in ihm verlaufen helle und dunkle Teigteile in Marmorierung. Der Königskuchen ist ein solcher, weil seine Zutaten (Mandeln, Rosinen, Butter, Sukkade, Honig) besonders wertvoll, geradezu „königlich“ sind. Manches Gebäck ist nach seiner Herkunft benannt, denken wir an die Linzertorte, den Frankfurter Kranz, den Dresdner Stollen, die Aachener Printen, um nur einige zu nennen. Die Schwarzwälder Kirschtorte heißt so, weil ihr Erfinder Josef Keller die Hauptbestandteile Kirsche und Kirschwasser vom Schwarzwald bezog. Einige bekannte Torten sind nach Persönlichkeiten benannt. So die Sacher-Torte nach Franz Sacher, der als Kochlehrling die berühmte Torte kreierte und später sein prominentes Hotel gründete.

Eine bayrische Torte voller Symbolgehalt ist die Prinzregententorte. Sie ist dem Prinzregenten Luitpold gewidmet, der von 1886 bis 1912 über Bayern herrschte. Die Biskuitböden stellen die Regierungsbezirke dar, während die dazwischengeschichtete Schokoladencrème den Zusammenhalt der Landesteile versinnbildlicht.


So wird's gemacht

Prinzregententorte: 2 bis 3 Backbleche mit Butter ausfetten und mit Mehl bestäuben. Den Backofen auf 220°C vorheizen. 7 Eigelbe mit 75 g Zucker und einer Prise Salz schaumig rühren. Die Eiweiße mit weiteren 75 g Zucker steif schlagen und unterheben. 150 g Mehl darübersieben und unterziehen. Von der Biskuitmasse 6 Böden (mit 26 cm Durchmesser) auf die Backbleche streichen und 5 bis 7 Minuten auf der mittleren Schiebeleiste backen. Aus 1/2 l Milch, 1 Päckchen Vanillepudding-Pulver, 2 Eigelben, 100 g Zucker einen Pudding kochen und unter Rühren abkühlen lassen. 250 g Butter schaumig rühren und den Pudding löffelweise untermischen. 50 g Kakao und 50 g im Wasserbad geschmolzene Blockschokolade unter die Buttercrème ziehen. Die Biskuitböden mit der Crème bestreichen und zusammensetzen, Oberfläche und Rand der Torte gleichmäßig mit der Crème überziehen. Im Kühlschrank fest werden lassen. Zuletzt die Torte mit 200 g im Wasserbad aufgelöster Schokoladen-Fettglasur überziehen.

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