Kleine Tube, große Wirkung: Warum die Junge Union Konstanz Ärger mit einem Großkonzern hat
Symbolbild Sonnencreme | Bild: Caroline Seidel (dpa)
Konstanz
11.08.2017 11:51
Eine Wahlkampagne mit dem Slogan "Nur nicht Rot werden" lässt die Konstanzer CDU-Jugendorganisation gerade eher blass da stehen. Es geht um Sonnenschutz und Markenrecht.
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Nein, begeistert klingt die Firma Beiersdorf nicht, dass ihre Sonnencreme plötzlich Teil des Bundestagswahlkampfs ist. Aber von vorne: "Nur nicht rot werden" heißt der Slogan, mit dem die Junge Union Konstanz auf Flyern um Mitglieder wirbt. Neben dem Foto von zwei badenden jungen Menschen klebt eine kleine gratis Tube Sonnencreme mit dem Hinweis "Schulz-Schutz" – eine satirische Anspielung darauf, nicht die SPD und deren Kanzlerkandidaten Martin Schulz zu wählen. Und zumindest eine kreative Idee – nur war sie mit dem Hersteller der Sonnencreme so nicht abgesprochen.

Die Junge Union steht dementsprechend gerade eher blass da. Beiersdorf lässt mitteilen, dass das Unternehmen grundsätzlich politisch unparteiisch sei. Entsprechend distanziere es sich von jeder Einbindung in Parteikampagnen. Ob die Firma nun gegen den Konstanzer Kreisverband vorgehen will, wollte eine Sprecherin nicht kommentieren. Im schlimmsten Fall droht eine Unterlassungserklärung. 

Auf Anfrage bestätigt der Vorsitzende der Jungen Union Konstanz, Levin Eisenmann, dass die Kampagne nicht mit dem Hersteller der Sonnencreme abgestimmt war. "Wir werden unsere Kampagne fortführen, im weiteren Verlauf jedoch keine Beiersdorf-Produkte mehr einsetzen", so Eisenmann. In Zukunft wolle die Junge Union die Sonnencreme aus dem CDU-Shop verwenden.

Mit der Werbekampagne wolle die Junge Union Jugendliche motivieren, sich politisch zu engagieren. "Die jüngsten Wahlen und Entscheide haben uns eines deutlich gezeigt: Gerade Jugendliche sind es, die sich informieren und über das Heute hinausdenken. Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich und auch bei der Abstimmung über den Brexit waren es vor allem die Jungen, die für ein offenes Europa und für eine offene Gesellschaft gestimmt haben. Die Zukunft liegt in unseren Händen – machen wir was draus", heißt es auf der Internetseite. Fest steht: Aufmerksamkeit haben sie mit dieser Werbekampagne auf jeden Fall bekommen.

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