Forscher kommen dem Thurgauer Wolf auf die Spur - war er auch im Kreis Konstanz?
Symbolbild.
Symbolbild. | Bild: Patrick Pleul (dpa)
Kreis Konstanz
20.04.2017 19:37
Dass die Schafe, die kürzlich in den Kantonen Thurgau und Zürich gerissen wurden, Wolfsbissen zum Opfer fielen, war schon länger klar. Jetzt haben Forscher herausgefunden: Es war ein und derselbe Wolf. Der hat sich wahrscheinlich auch im Kreis Konstanz umgesehen – und er könnte wiederkommen.
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Der Thurgauer Wolf, der kürzlich nahe des Landkreises Konstanz Schafe gerissen hat, ist dasselbe Tier, das auch im Kanton Zürich aufgetaucht ist. Das haben nun Biologen der Universität Lausanne herausgefunden. Sie untersuchten die DNA in Speichelproben an Schafkadavern. Und zeichneten so die vermutliche Route des Tieres nach, die dieses innerhalb von rund acht Wochen quer durch die Schweiz und wohl auch mit Abstecher in den Kreis Konstanz genommen hat.



Laut Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau ist es ein männlicher Wolf aus Italien. Forscher gaben ihm den prosaischen Namen M 75: M steht für male (männlich), und er ist der 75. Wolf, der in der Schweiz identifiziert wurde.

Ein Langstreckenläufer: Der Thurgauer Wolf hat innerhalb von knapp acht Wochen wahrscheinlich große Teile der Schweiz durchquert und dürfte dabei auch einen Abstecher in den Kreis Konstanz gemacht haben.
Ein Langstreckenläufer: Der Thurgauer Wolf hat innerhalb von knapp acht Wochen wahrscheinlich große Teile der Schweiz durchquert und dürfte dabei auch einen Abstecher in den Kreis Konstanz gemacht haben. Bild: Quelle: Universität Lausanne/Kora-Wildtiermanagement; Archivbild: Ramón Carretero, SÜDKURIER-Grafik: Schönlein

M 75 oder Artgenossen könnten wiederkommen, auch im Kreis Konstanz: „Alles ist möglich, die Tiere machen enorme Strecken und können überall auftauchen", sagt Ralph Manz vom Wildtier-Forschungsinstitut Kora in der Nähe von Bern. M 75 könne auch den Rhein durchschwimmen: „Für Wölfe wäre das kein Problem.“

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