Weg frei für ein weiteres Stück A 98: Anstich am Herrschaftsbucktunnel
Die Öffnung des Herrschaftsbucktunnels von oben. Mit einem Bagger wurde er angestochen.
Die Öffnung des Herrschaftsbucktunnels von oben. Mit einem Bagger wurde er angestochen. | Bild: Juliane Schlichter
Rheinfelden
27.07.2017 18:54
Endlich geht es ein kleines Stück weiter mit der Autobahn 98 am Hochrhein. Heute wurde der Anstich des Herrschaftsbucktunnels mit politischer Prominenz gefeiert.

In Metern ist es zwar nur ein kleiner Schritt, den die Autobahn 98 seit gestern vorankommt, aber ein großer und wichtiger Schritt für den Hochrhein, wie Landesverkehrsminister Winfried Hermann beim gestrigen Tunnelanstich für den Herrschaftsbucktunnel sagte. 



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Von einer „Sternstunde und einem Freudentag“ sprach auch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, die zur Tunnelpatin des 480 Meter langen Tunnels ernannt worden war und die den Bagger lenkte, dessen Spitze sich für den Anstich in den Berg bohrte. „Es ist mir eine Freude, Tunnelpatin zu sein, da mir das Projekt am Herzen liegt“, sagte Schäfer und wünschte den Mineuren unfallfreie Bauarbeiten. 

Segen für die heilige Barbara: Die Pfarrer Albin Blümmel (links) und Ivo Bäder-Butschle aus Rheinfelden segnen die Figur der Schutzpatronin der Tunnelbauer.
Segen für die heilige Barbara: Die Pfarrer Albin Blümmel (links) und Ivo Bäder-Butschle aus Rheinfelden segnen die Figur der Schutzpatronin der Tunnelbauer. Bild: Juliane Schlichter

Zwischenrufe kamen bei den Ansprachen von Mitgliedern der BI Bürger in Not, denen es mit dem Autobahnbau zu langsam vorwärtsgeht und die dringend auf Entlastung hoffen. Norbert Barthle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, der die Grüße von seinem Chef Alexander Dobrindt überbrachte, räumte deshalb ein: „Seit Jahrzehnten fehlt hier eine durchgängige Ost-West-Verbindung.“ Aus seiner Sicht könne es mit der A 98 weitergehen.

Politische Prominenz beim Anstich des Herrschaftsbucktunnels.
Politische Prominenz beim Anstich des Herrschaftsbucktunnels. Bild: Juliane Schlichter

Bravo-Rufe gab es für Hermann von den Vertretern der Bürgerinitiative, die einen weiteren 400 Meter langen Tunnel zwischen Karsau und Minseln fordert, als er sagte, dass die Anwohner geschont werden müssten. Der Minister sagte aber auch: „Gedeckelt oder getunnelt – das ist nun mal saumäßig teuer.“

Insgesamt kostet das 2,8 Kilometer lange Teilstück des Autobahnabschnitts A 98.4, dessen Herzstück der Herrschaftsbucktunnel ist, 113 Millionen Euro, zehn davon übernimmt das Land.

Die Abschnitte der Hochrhein-Autobahn

Weil am Rhein bis Lörrach-Ost

Der erste Abschnitt der A 98 beginnt am Dreieck Weil am Rhein an der französischen Grenze, wo sie von der A 5 abzweigt. Die Teilstücke 1 bis 3 sind derzeit etwa 16 Kilometer lang und dienen – zusammen mit der A 861 – als nördliche Umfahrung des Großraumes Basel sowie als Zubringer der Stadt Lörrach. Verkehrsfreigabe war im Jahr 1986.

Lörrach-Ost bis Rheinfelden-Ost

Der 5,5 Kilometer lange Abschnitt 4 zwischen Lörrach-Ost und dem Autobahndreieck Hochrhein bei Rheinfelden sowie die 4,5 Kilometer lange Querspange A 861 durch den Nollinger Bergtunnel und die neue Rheinbrücke in die Schweiz wurden bereits 2006 und 2010 dem Verkehr übergeben. Die zwei Kilometer lange Fortführung östlich des Autobahndreiecks Hochrhein bis zur Anschlussstelle Rheinfelden-Ost bei Karsau/Minseln mit dem Herrschaftsbucktunnel ist noch im Bau bzw. in Planung.

Rheinfelden-Ost bis Schwörstadt

Der Abschnitt 5 zwischen Rheinfelden-Ost (Karsau/Minseln) und Schwörstadt wurde verkürzt, damit in diesem Abschnitt noch keine Vorentscheidung über die Trassenvarianten im Abschnitt 6 fällt. Der Vorentwurf des Regierungspräsidiums wurde im November 2015 dem Landesverkehrsministerium zur Genehmigung vorgelegt, verbunden mit der Bitte um Einholung des Sichtvermerks beim Bundesverkehrsministerium. Nach Zustimmung der Ministerien ist der Weg zur Offenlage der Planung im Zuge des Planfeststellungsverfahrens frei.


Schwörstadt bis Murg

Für den Abschnitt 6 zwischen Schwörstadt und Murg wurde 2013 ein Bürger-Forum durchgeführt. Ergebnis war, dass alle vier diskutierten Varianten grundsätzlich technisch machbar sind. Das Land hat alle Varianten – sowohl als Autobahn als auch als Bundesstraße – dem Bund für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans gemeldet.

Murg bis Hauenstein

Der sieben Kilometer lange Abschnitt 7 zwischen Murg und Laufenburg-Hauenstein wurde 2012 eröffnet, verfügt allerdings nur über eine Richtungsfahrbahn. Beim Bau wurde aber bereits der Platz für den Anbau einer zweiten Fahrbahn freigehalten.

Hauenstein bis Tiengen

Für die beiden 13 Kilometer langen Abschnitte 8 und 9 zwischen Hauenstein, Waldshut und Tiengen liegen verschiedene Variantenuntersuchungen vor. Derzeit ruhen hier allerdings die Planungen.


Tiengen bis Lauchringen

Der Abschnitt 10 der Autobahn wurde in zwei Etappen 1991 und 1997 freigegeben. Er dient derzeit als Umfahrung der Stadt Tiengen und der Gemeinde Lauchringen. Der 160 Meter lange Heidenäckertunnel schließt sich auf der nördlichen Umfahrung von Lauchringen an. Mit dem Spatenstich am gestrigen Donnerstag begann der Bau der Umfahrung Oberlauchringen. Die 2,3 Kilometer lange Trasse schließt in Richtung Osten an das Autobahnteilstück an, das bereits von Tiengen bis Unterlauchringen besteht. Die Fortführung nach Geißlingen soll nicht als Autobahn, sondern als B 34 neu ausgeführt werden.

 

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