Turbinenkreisel: 10 Unfälle davon 7 mit Personenschaden. B 34/A 861: 2 Unfälle davon 1 mit Personenschaden. Hertener Loch: 0 Unfälle seit dem Aufstellen einer Ampel.
Unfallstatistik: Im Schnitt kracht’s dreimal täglich im Straßenverkehr
Bild: Juliane Schlichter
Rheinfelden
12.04.2017 13:59
Die Polizei hat die Verkehrsstatistik für das Jahr 2016 vorgestellt. Die Anzahl der Unfälle bleibt auf einem hohen Niveau.

Jeden Tag passieren im Bereich des Polizeireviers Rheinfelden im Schnitt drei Unfälle. Dies geht aus der Verkehrsstatistik für das Jahr 2016 hervor, die Revierleiter Siegfried Oßwald am Dienstag vorstellte. Der Bereich umfasst Rheinfelden, Grenzach-Wyhlen und Schwörstadt. Trotz eines minimalen Rückgangs der Verkehrsunfälle um 2,2 Prozent auf 1086 im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Zahl auf einem hohen Niveau.

 


  • Unfälle mit Personenschaden: 173 Menschen sind vergangenes Jahr bei Unfällen verletzt worden, das sind 10,2 Prozent mehr als im Vorjahr. „Der Grund für den deutlichen Anstieg ist uns nicht bekannt“, sagt Siegfried Oßwald.
  • Verkehrstote: Zwei Menschen sind an den Folgen von Unfällen gestorben. Ende September 2016 stürzte ein 71-jähriger Radfahrer auf der Straße zwischen Nordschwaben und Minseln so unglücklich, dass er eine Woche später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Anfang Februar war ein 27-jähriger Autofahrer auf der Rührbergstrecke zwischen Wyhlen und Inzlingen von der Straße abgekommen, gegen einen Baum geprallt und gestorben.
  • Verletzte: Die Zahl der Schwerverletzten ist zum Vorjahr von 28 auf 33 gestiegen, hingegen die Zahl der Leichtverletzten von 164 auf 160 gesunken.
  • Unfallbeteiligte: „Motorräder scheinen derzeit bei jungen Leuten nicht en vogue zu sein“, erklärt sich Revierleiter Siegfried Oßwald den Rückgang von 39 auf 34 Unfälle mit motorisierten Zweirädern.
    Auch Fußgänger waren weniger in Unfälle verwickelt, die Zahl sank von 19 auf 13 Fälle. Die Zahl der Fahrradunfälle blieb mit 54 annähernd gleich wie im Vorjahr.
  • Risikogruppen: Der demografische Wandel macht sich auch im Straßenverkehr bemerkbar. Mit 121 Fällen in der Statistik waren am häufigsten Senioren – Menschen ab 65 Jahren – an Unfällen beteiligt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl jedoch um elf Fälle gesunken. Junge Fahrer waren 104 Mal in Unfälle verwickelt (Vorjahr: 121), Kinder genau wie im Vorjahr zwölf Mal.
  • Sachschaden: Unfälle mit Blechschaden hat es im vergangenen Jahr 386 Mal gegeben. Das ist ein erfreulicher Rückgang um 13,6 Prozent.
  • Unfallfluchten: 302 Mal verursachten Verkehrsteilnehmer Unfälle und entzogen sich anschließend der Verantwortung. „Das ist sehr ärgerlich für die Betroffenen“, sagt Oßwald. Die Aufklärungsquote betrug 37,8 Prozent. „Es gibt vieles, was Sie nicht klären können, wenn Sie keine Zeugen haben“, meint er zu den Unfallfluchten. Die Dunkelziffer sei extrem hoch. „Man kann sicher sein, dass es noch mehr gibt, denn viele werden nicht angezeigt“, so Oßwald.
  • Alkohol und Drogen: „Die Kifferei ist überall“, sagt Oßwald offen beim Thema Drogen im Straßenverkehr. 67 Verkehrsteilnehmer wurden 2016 unter dem Einfluss von Rauschgift am Steuer erwischt. Das sind 38 mehr als im Vorjahr. Glücklicherweise kam es nur zu einem Unfall unter Drogeneinwirkung. „Die Kollegen sind heute besser darin geschult, Drogenbeeinflussung zu erkennen“, sagt der Revierleiter. 107 Mal haben die Beamten Verkehrsteilnehmer mit Alkohol ertappt. Das sind 27 Fälle mehr als im Vorjahr. 17 Mal waren Alkoholisierte in Unfälle verwickelt.
  • Unfallursachen: 144 Mal krachte es im vergangenen Jahr beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, 85 Mal wegen Vorfahrtsmissachtung, 54 Mal wegen überhöhter Geschwindigkeit, 26 Mal wegen zu geringem Abstand, 15 Mal beim Überholen und 24 Mal wegen eingeschränkter Fahrtüchtigkeit.
  • Unfallschwerpunkte: „Das Hertener Loch ist kein Unfallschwerpunkt mehr“, sagt Oßwald. In den vergangenen Jahren hatte es an der Kreuzung der B 34 bei Herten mehrmals gekracht, seitdem eine Ampel errichtet wurde, hat es keine Unfälle mehr gegeben. Der berüchtigte Turbinenkreisel in der Schildgasse sowie die Autobahnausfahrten Rheinfelden Süd (West) und Rheinfelden Mitte (Ost) bleiben Unfallschwerpunkte. Häufig gekracht hat es auch in Grenzach-Wyhlen im Kreuzungsbereich B 34/Im Ifang/Kürzeweg. Dort hatte es im vergangenen sieben Mal Unfälle gegeben.
  • Kontrollen: „Handyverstöße werden wir verstärkt überwachen“, kündigt Siegfried Oßwald für das laufende Jahr an. Denn das Mobiltelefon sei ein großer Aufmerksamkeitskiller. Einen Punkt in Flensburg gibt es für einen Verstoß. „Acht Mal Handy heißt Laufen“, so der Revierleiter. Außerdem liegen die Schwerpunkte bei der Überwachung von Alkohol und Drogen sowie von Geschwindigkeitsverstößen.

Eine Verkehrsschau hat Ende September 2016 Mitarbeiter des Rathauses sowie Vertreter des Landratsamts, der Polizei, des Regierungspräsidiums sowie der Ortsverwaltungen zu den Unfallschwerpunkten in der Stadt und in den Ortsteilen geführt.
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