Räumlichkeiten mit Potenzial: Yan Suping neuer Besitzer des Hotel Danner
Die alten Zimmer des Hotel Danner sollen bald der Vergangenheit angehören, der neue Besitzer Yan Suping will grundlegend renovieren. Rechts Harald Hartmann, der die Vermittlungen seit zwei Jahren begleitet hat.
Die alten Zimmer des Hotel Danner sollen bald der Vergangenheit angehören, der neue Besitzer Yan Suping will grundlegend renovieren. Rechts Harald Hartmann, der die Vermittlungen seit zwei Jahren begleitet hat. | Bild: Verena Pichler
Rheinfelden
11.08.2017 23:59
Das Hotel Danner hat den Besitzer gewechselt: Der aus Weil am Rhein stammende Gastronom Yan Suping plant in den alten Räumlichkeiten ein China-Restaurant mit Bar und Zimmern. Doch bis es soweit ist, liegen eine Menge Sanierungsarbeiten vor dem 47-Jährigen.

Die Gastgeberszene in Rheinfelden bewegt sich: Erst wurde Schloss Beuggen verkauft und zu einem Hotel mit Restaurant umgewandelt, jetzt bekommt das erste Haus am Platz ein neues Gesicht. Yan Suping, Gastronom aus Weil am Rhein, hat das Hotel Danner gekauft und wird es weiterführen – mit modernisierten Zimmern, einer Bar und einem chinesischen Restaurant.

Es riecht nach Lösungsmitteln, auf dem Boden liegt Baustaub und aus den oberen Stockwerken ist das Surren einer Schleifmaschine zu hören. „Die Treppe muss heute noch fertig werden“, sagt Yan und deutet nach oben. Die Stufen waren mit Teppich ausgelegt – beziehungsweise vollverklebt, wie man das früher eben so gemacht habe.

Früher ist ein gutes Stichwort fürs Danner. Früher hatte das Haus einen sehr guten Ruf, heute häufen sich die schlechten Bewertungen in Internetportalen. Diese beziehen sich nicht aufs Personal und auch nicht auf die Küche, sondern den Zustand des Gebäudes. Die Liste der Mängel ist lang: Seit Jahren konnte von den Toilettenanlagen im Untergeschoss nur eine benutzt werden, die andere war durch einen Wasserschaden lahmgelegt. Im Dachgeschoss regnet’s rein, ein Zimmer war nicht zu vermieten, weil ein Gast ein Waschbecken kaputtgemacht und der ehemalige Besitzer es nicht ausgetauscht hat.

Und trotz des miserablen Zustands hatte Makler Harald Hartmann keine Schwierigkeiten, Interessenten zu finden. Nachdem die großen Hotelketten wegen der zu geringen Bettenanzahl nicht in Frage gekommen waren, sprach Hartmann gezielt lokale Investoren an, drei blieben im Rennen. „Dem Verkäufer war wichtig, dass die Nutzung weitergeführt wird“, so Hartmann. Deshalb habe man einem branchenfremden Investor abgesagt, der mehr bezahlt hätte als Yan.

Yan sieht den „Renovierungsstau“ seines neuen Besitzes, aber auch das Potenzial des Hauses. „Es ist eine große Herausforderung, aber die macht auch Spaß“, so der 47-jährige Vater von drei Kindern. Wenn man nichts zu tun habe, werde man träge, findet er. „Die letzten Jahre habe ich ein bisschen zugenommen, aber seit ich hier bin, sind bestimmt schon fünf Kilo runter“, sagt Yan und lacht.

Neben der Modernisierung der Zimmer will Yan aus dem jetzigen Restaurant eine Lounge für seine Gäste und die Bevölkerung machen. Der große Saal wird zu einem chinesischen Restaurant mit Buffet. Ihn weiterhin nur in dem Umfang zu nutzen, wie es bislang passiert sei, sei wirtschaftlich nicht darstellbar (siehe Bericht unten). Rund 150 Plätze, so Yans Schätzung, wird er dort künftig anbieten können. Seine Frau werde das Danner betreiben – mit Unterstützung der Geschäftsführerin Rita Baumgartner und einem Großteil des Personals, wie Yan erklärt. Baumgartner sei eine Schlüsselfigur bei der Vermittlung gewesen, betont Hartmann. „Ohne sie hätte man nur ein Haus in schlechtem Zustand gesehen, sie hat das Objekt interessant gemacht.“

Chronik

Das Hotel Danner wurde 1905 erbaut, 1955 folgte der Anbau. Bis 1973 wurde das Haus von Familie Eckert betrieben, in den 80ern übernahm die Rhein-City-GmbH das Haus mit 142 Betten. 1992 kam das Hotel unter den Hammer, neuer Eigentümer wurde die Wohnbau Süd AG. Doch nicht nur die Eigentümer wechselten sich ab – auch die Pächter sorgten für eine wechselhafte Geschichte. Unvergessen bleibt wohl das Pächterehepaar Fischer, dass im Mai 2003 einfach nicht mehr aus dem Urlaub zurückgekommen war. Auch die vorigen Pächter hatten eher kurze Gastspiele in Rheinfelden – ein Paar blieb drei Monate, ein Pächter ein knappes Jahr. Mit Rita Baumgartner kehrte dann Ruhe ein, sie führt das Haus seit 14 Jahren.

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