Sommer in Bad Säckingen: Wenn die Bundesstraße zur Riesen-Baustelle wird
Bad Säckingen
20.04.2017 17:50
Zwei Monate wird die Sanierung eines fast vier Kiolometer langen Teilstückes der B34 dauern. Viele befürchten ein starke Behinderungen.

Das Regierungspräsidium hat einen ehrgeizigen Plan: In zwei Monaten soll die Bundesstraße zwischen der Eggbergkreuzung und der Anschlussstelle Rothaus bei Murg komplett saniert werden. Auf einem Abschnitt von 1,7 Kilometern vom Bahnübergang Waldshuter Straße bis nach Obersäckingen wollen die Stadtwerke zudem eine 90 Jahre alte Wasserleitung erneuern. Die entsprechenden Planungen stellten heute Dieter Bollinger, Leiter des Straßenbaureferates in Bad Säckingen, Martin Ritter, Technik-Chef der Stadtwerke, sowie Bürgermeister Alexander Guhl im Kursaal vor. Eingeladen waren in der Hauptsache betroffene Gewerbetreibende entlang der künftigen Baustelle.

Bollinger und Ritter räumten ein, dass der Zeitplan eng gestrickt ist, sie gehen jedoch davon aus, dass die Termine eingehalten werden. Das 3,7 Kilometer lange Teilstück der Bundesstraße wird in vier Bauabschnitte unterteilt, Abschnitt 1 reicht von der Einmündung Sennhof in der Nähe der Eggbergkreuzung bis zum Bahnübergang Waldshuter Straße, der Abschnitt 2 vom Bahnübergang bis Höhe Heinrich-Hübsch-Straße, der Abschnitt 3 bis Ortsausgang Obersäckingen und der vierte Abschnitt bis zum Knoten Rothaus.

Die Situation am Hochrhein sei für solche Projekte sehr schwierig, beschrieb Bollinger. Normalerweise stehe beidseitig einer Baumaßnahme ein Hinterland für Umleitungen zur Verfügung. Am Hochrhein seien nach Norden hin die Hänge des Südschwarzwaldes und im Süden die Grenze. Auf Anfrage von Ralf Noller (Gartenbau Noller) sagte Bollinger, die schweizerischen Straßen dürften nicht als offizielle Umleitungen ausgewiesen werden. Wenn aber jemand beispielsweise die Schweizer Hauptstraße 7 zwischen dem Zoll Bad Säckingen und dem Zoll Laufenburg privat als Umleitung nutze, sei das zu begrüßen.

Wie beschrieben seien die Umleitungsmöglichkeiten in dem beengten Tal sehr begrenzt, so Bollinger. Deshalb sei der Termin in der Hauptsache auf die Sommerferien gelegt worden. Dies sei allgemein eine sowohl eher verkehrs- als auch handelsschwache Zeitphase. Bollinger räumte ein, dass es zu Behinderungen kommen werde, betonte jedoch auch die Notwenigkeit, die Bundesstraßen in Zeiträumen zwischen zwölf bis 15 Jahren zu erneuern. Die Arbeiten würden nun ausgeschrieben, Ende Juni sei mit dem Ergebnis zu rechnen.

In der anschließenden Fragerunde äußerte Clemens Adler von Haustechnik Adler aus Bad Säckingen erhebliche Zweifel an der Belastbarkeit des Zeitplanes. Die Sanierung des 3,7 Kilometer langen Straßenteilstücks sowie die Erneuerung von 1,7 Kilometer Wasserleitung innerhalb von acht Wochen erschien Adler als „zu optimistisch“.

Es liege jetzt zwar ein enger Bauzeitenplan vor, aber noch kein Ausschreibungsergebnis und damit keine Firma – Adler fragte sich, ob da nicht die Rechnung ohne den Wirt gemacht worden sei. Bollinger erklärte, dies sei die bewährte Vorgehensweise. Der Bauzeitenplan sei Bestandteil der Ausschreibung, jeder Bewerber akzeptiere den Plan und müsse für deren Einhaltung sorgen.

Kritik gab es auch an der Erreichbarkeit der Grundstücke – etwa von Gregor Döbele (Taxiunternehmen und Bestattungen). Er sah große Schwierigkeiten bei der Ab- und Anfahrt seiner Taxis und auch der Leichenwagen. Ebenso sorgt sich Niels Bosley vom Hotel Rheinsberg bei der Hochrhein Golfwelt um seine Gäste. Bollinger sagte, die Strecken sei während der Bauphase grundsätzlich einspurig von Ost nach West befahrbar. Vollsperrungen seien auf die Nachtzeit oder Wochenenden begrenzt. Dies müssen eben entsprechend kommuniziert werden.

Umleitungen im Einzelnen

Während der Sanierung sollen örtliche und überörtliche Umleitungen zur Verfügung stehen. Sie sind abhängig vom Bauabschnitt. Die Baustelle ist grundsätzlich einspurig von Ost nach West passierbar. Vollsperrungen sind nachts und wochenends.

  • Im Bauabschnitt 1 ist die Eggbergkreuzung dicht. Die überörtliche Umleitung führt über Wehr, Rickenbach, Oberwihl, Laufenburg. Innerörtliche Umleitung führt über Scheffel-, Werder-, Waldshuter Straße.
  • Ist die Eggberkreuzung frei, führt eine innerörtliche Umleitung über Rippolinger- und Ludwig-Herr-Straße nach Obersäckingen. Die überörtliche Umleitung kann via Eggbergkreuzung und Rippolinger Straße nach Rickenbach und weiter geführt werden.
  • Der Murger Weg dient als Umleitung ausschließlich für die Rettungsdienste und Linienbusse.
  • Im Abschnitt 3 sind innerörtliche Umleitungen in Obersäckingen zeitweise über den Martinsweg und "Unterm Dorf" geplant, im Abschnitt 4 auf den beidseitigen Wirtschaftswegen zwischen der Golfwelt und der Anbindung Rothaus. (age)
Dateiname : Präsentation zur B34-Baustelle
Dateigröße : 2.41 MBytes.
Datum : 20.04.2017 18:56
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