Musiker reißen Publikum mit
Rissen die Zuschauer von den Sitzen: der Vollblutmusiker Ray Wilson mit Marcin Kajper am Saxophon und Steven Wilson an der Gitarre (von links).
Rissen die Zuschauer von den Sitzen: der Vollblutmusiker Ray Wilson mit Marcin Kajper am Saxophon und Steven Wilson an der Gitarre (von links). | Bild: Julia Becker
Bad Säckingen
05.04.2016 02:15
Stadionatmosphäre im Gloria-Theater. Ray Wilson und seine fünfköpfige Band begeistern mit Hits von Genesis

Am Sonntagabend im fast ausverkauften Gloria-Theater Rockmusik vom Feinsten, mit Stadionfeeling der Extraklasse. Entgegen der Ankündigung trat der schottische Sänger nicht mit einem Classic-Quintett, sondern mit seiner fünfköpfigen Band auf. Mit Songs aus seiner langen Musikerkarriere, von Stiltskin über Genesis bis hin zu seinem demnächst erscheinenden Akustikalbum, nahm der Ausnahmemusiker, der bereits zum wiederholten Mal in Bad Säckingen gastierte, die begeisterten Zuhörer mit auf eine Reise durch seine lange und vielfältige Musikerkarriere.

Bereits mit dem ersten Lied „No son of mine“, einem der bekanntesten Hits der Band Genesis, begeisterte Ray Wilson das Publikum. Anschließend wechselten sich eigene Songs mit Klassikern der britischen Rockband ab.

Auf diese Weise gelang es Ray Wilson, der nach dem Ausstieg von Phil Collins Ende der 90er Jahre mit den verbliebenen Bandmitgliedern ein Album aufnahm und auch auf Tour ging, eine harmonische Verbindung zwischen älterem und neuerem Material zu schaffen. Schnell wurde aber auch klar, dass das Publikum vor allem wegen der beliebten Genesishits den Weg ins Gloria-Theater gefunden hatte. Doch wurden auch die zumeist ruhigeren Lieder Ray Wilsons gut aufgenommen, der am 3. Juni sein neues Album „Song for a Friend“ herausbringt. Auf der Bühne griff Ray Wilson selbst zur Gitarre und wurde dabei von seinem Bruder Steve Wilson und dem Songwriter Uwe Metzler unterstützt. Kool Lyczeks Spiel am Keyboard kam besonders bei den älteren Stücken von Genesis zur Geltung, während Mario Koszel am Schlagzeug für die passenden rockigen Akzente sorgte.

Der Bassist Marcin Kajpers begeisterte das Publikum auch mit diversen Saxophonsoli und griff im Laufe des Abend auch zu Querflöte und Klarinette. Nach kurzer Pause ging es deutlich rockiger mit „Calling all stations“ und „Welcome to the jungle“ weiter, spätestens bei Peter Gabriels „Solsbury Hills“ hielt es keinen Zuschauer mehr auf den Sitzen.

Auch dank der exzellenten Lightshow kam fast schon Stadionatmosphäre auf, als gemeinsam zu „Invisible Touch“ getanzt und gesungen wurde. Mit seinen eigenen Songs „Alone“ und „Goodbye Baby Blue“ nahm Wilson dann zum Ende etwas Tempo raus, nur, um dann mit Phil Collins‘ „Mama“ zu einem furiosen Ende zu kommen. Das Publikum dankte es ihm mit stürmischem Applaus und Standing Ovations. Als Zugabe gab es das rockige „Inside“, den großen Hit seiner Band Stiltskin aus den 90er Jahren, vielen noch bekannt aus dem Werbespot der Jeansfirma Levi's. Einen ruhigeren Ausklang fand der gelungene Abend dann mit einer Akustikversion von David Bowies „Heroes“.

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