Gemeinderat ist einhellig gegen Aquakultur
Aquakultur ist weltweit auf dem Vormarsch, um die wachsende Nachfrage nach Fisch zu decken. Im Golf von Korinth (Foto) sind die Züchter auf den gefragten Wolfsbarsch spezialisiert. Noch ist der Bodensee frei von derlei Anlagen. Zwischen den Kreistagsfraktionen ist man sich uneins, wie das Thema auf Kreisebene behandelt werden soll.
Aquakultur ist weltweit auf dem Vormarsch, um die wachsende Nachfrage nach Fisch zu decken. Im Golf von Korinth (Foto) sind die Züchter auf den gefragten Wolfsbarsch spezialisiert. Noch ist der Bodensee frei von derlei Anlagen. Zwischen den Kreistagsfraktionen ist man sich uneins, wie das Thema auf Kreisebene behandelt werden soll. | Bild: Hanspeter Walter
Überlingen
22.06.2017 17:53
Das Gremium beschließt eine Resolution gegen Felchenzucht im Bodensee.

Nach einigen anderen Kommunen spricht sich auch der Gemeinderat der Stadt Überlingen jetzt „entschlossen gegen die Zulassung von Aquakulturen zum Zwecke der Fischproduktion im Bodensee aus“. Eine entsprechende Resolution beschloss das Gremium ohne lange Diskussion einstimmig. Jahrzehntelang hätten alle Anrainerstaaten und -kommunen gemeinsam an der Verbesserung der Gewässerökologie des Bodensees zur nachhaltigen Sicherung des größten Trinkwasserspeichers Europas mit enormen Anstrengungen und Aufwendungen gearbeitet, heißt es in dem Text.

„Der bis heute erreichte hohe Qualitätsstandard dieses Gewässers darf keinesfalls zugunsten einseitiger wirtschaftlicher Interessen aufs Spiel gesetzt oder gar geopfert werden!“ Eine „Fischproduktion“ mithilfe von Aquakulturen im Bodensee stehe „in „krassem Widerspruch zur einzigartigen Naturräumlichkeit und Tourismusregion Bodensee“. Um den Fischern eine Alternative zum Rückgang der Erträge an „Wildfischen“ zu bieten, sind Aquakulturen im Bereich der Marienschlucht am Überlinger See im Gespräch. Auch die Bodenseewasserversorgung (BWV) lehne dies strikt ab, bekräftigte OB Jan Zeitler. „Ich denke, wir sind da auf einem richtigen Weg.“ In deren Statement vom 22. April heißt es wörtlich: „Durch den Eintrag von unerwünschten Stoffen wie Futterresten und Ausscheidungen der Fische mit den darin enthaltenen hygienisch- bzw. trinkwasserrelevanten Mikroorganismen sowie möglichen anderen Substanzen sind Verunreinigungen und Belastungen der Wasserbeschaffenheit zu befürchten.

“ Dies habe Auswirkungen auf die Aufbereitung und und unter Umständen „die hygienische Sicherheit des Trinkwassers aus dem Bodensee“. Eine Aquakultur im Bodensee sei auch „nicht mit den geltenden Rechtsvorschriften bzw. technischen Regeln vereinbar“. Wie zum Beispiel dem Verbot direkter oder indirekter Abwassereinleitung in Gewässer. Den Wasserversorgern komme eine elementare Aufgabe der Daseinsvorsorge zu. Der Nutzung eines Wasservorkommens fur die Trinkwasserversorgung sei daher „Vorrang vor anderen Interessen einzuräumen“.

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