Am Affenberg sind gut 200 Jungstörche startklar für großen Flug
Es ist ein faszinierender Anblick wenn Störche durch die Luft ‚segeln‘, noch beeindruckender, wenn zugleich sehr viele zum großen Vogelzug auffliegen. Foto: Affenberg-Salem
Es ist ein faszinierender Anblick wenn Störche durch die Luft ‚segeln‘, noch beeindruckender, wenn zugleich sehr viele zum großen Vogelzug auffliegen. Foto: Affenberg-Salem
Salem
11.08.2017 18:56
Dadurch, dass es dieses Jahr kein Unwetter gab, sind die Tiere gesund und fit für den Vogelzug. Parkleiter Roland Hilgartner rechnet mit dem Aufbruch der Tiere bei der nächsten Hochdrucklage. Schon derzeit kreisen hunderte Störche am Himmel.

In diesem Jahr blieb der Affenberg Salem von Unwettern verschont. "Ein Glück auch für die Besucher, die so ein unbeschwertes Ausflugserlebnis mit entspannten Tieren genießen können", sagt Parkleiter Roland Hilgartner. Die Jungstörche profitierten besonders von den guten Bedingungen am Affenberg. Mit Futterunterstützung durch das Park-Team eien sie von den Eltern gut versorgt worden. "Und sie hatten genug Zeit, ihre Flugübungen zu absolvieren." Inzwischen stärken sie sich auch auf den abgeernteten Feldern, um ihre Fett- und Energiereserven für den kräftezehrenden Zug weiter auszubauen, beschreibt der Biologe, wie die Tiere in seinem Park sich auf ihr bevorstehendes Abenteuer vorbereiten. "Zwischendurch sammeln sie sich und ziehen bei entsprechender Thermik gemeinsam mit den Alttieren ihre Kreise." Für die Fachleute klare Zeichen. „Wir gehen davon aus, dass rund 200 Jungstörche bei der nächsten für sie idealen Hochdruckwetterlage zum großen Flug nach Süden aufbrechen. Das Zugverhalten ist den Störchen angeboren, sie haben sozusagen ein inneres Navi, das sie zum Ziel in die südlichen Überwinterungsgebiete leitet“, erläutert Roland Hilgartner.

„Genau wie die Parkbesucher schauen auch wir jetzt häufig zum Himmel, denn es ist einfach faszinierend, wenn sich die schönen Vögel wie auf ein stummes Kommando alle zusammen in die Luft erheben", beschreibt Hilgartner. "Manchmal kommen in den Tagen zuvor noch Störche aus nördlicheren Gebieten hinzu, mehrere hundert Störche sind dann am Himmel zu sehen." Der gemeinsame Start zum Vogelzug ins Winterquartier könne nun in Kürze erfolgen. Doch ein Rätsel bleibt: "Das endgültige Signal zum Aufbruch kennen wir nicht.“

Die Storcheneltern bleiben noch eine Weile am Affenberg. Sie erholen sich von der anstrengenden Jungenaufzucht und sammeln Energie für den langen Flug, erläutert Hilgartner. Dieser Flug führt manche der Tiere bis nach Südspanien, viele aber auch über Gibraltar nach Nordafrika oder noch weiter in südlichere Länder wie Mali und Senegal.

Die kleinen und großen Gäste des Parks erfahren bei den Fütterungen viel über den Vogelzug der Störche, die Gefahren, denen sie auf ihrem Flug und an den Winterrastplätzen ausgesetzt sind, informiert der Affenberg in einer aktuellen Mitteilung weiter. Und die Fachleute vom Affenberg erzählen auch, dass die Altstörche jährlich treu an ihren angestammten Horst zurückkommen, während die Jungstörche erst wieder zurückkehren, wenn sie erwachsen sind. Sie suchen sich dann in anderen Regionen einen Horstplatz. „Anhand der Beringung wissen wir, wo unsere Jungstörche auch an anderen Orten in Baden-Württemberg die Population stärken“, erklärt Hilgartner. Die langjährigen wissenschaftlichen Auswertungen der Storchenexperten im Park dazu seien sehr aussagekräftig.

„Wir freuen uns mit unseren Besuchern über jeden der schönen Frühlingsboten, der den großen Vogelzug heil bewältigt und im zeitigen Frühjahr wieder an den Affenberg zurückkehrt“, betont Hilgartner. Er lädt die Gäste ein, nun die Gelegenheit zu nutzen, sich von den Adebaren zu verabschieden und den Aufbruch hunderter Vögel eventuell live mitzuerleben.

Störche und Affenberg

Der Salemer Affenberg ist Deutschlands größtes Affenfreigehege mit über 200 Berberaffen. Daneben gibt es große Storchenkolonie. Mitte der 1970-er Jahre war der Weißstorch in vielen Gebieten ausgestorben, der gezielten Wiederansiedlung von Störchen ist es zu verdanken, dass es in Baden-Württemberg wieder Störche gibt. Am Affenberg konnte mit einigen Brutpaaren 1978 eine freifliegende Kolonie etabliert werden. Obwohl die Gründerpaare am Zug gehindert worden waren und ihren Zugtrieb verloren, ziehen deren Nachkommen wieder bis nach Afrika oder Südspanien.

Öffnungszeiten: Der Affenberg ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass eine halbe Stunde vor Schließung. Der gebührenfreie Parkplatz wurde in diesem Jahr nochmals deutlich vergrößert. Bis 27. Oktober fährt der Erlebnisbus im Stundentakt als Verbindung mit den Pfahlbauten in Unteruhldingen, dem Schloss Salem und den dortigen Bahnhöfen.

Informationen im Internet:www.affenberg-salem.de
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