Fasnacht
Bei der Sportlerehrung 2017 wurden die sportlichen Erfolge in der Ettenkircher Ludwig-Roos-Halle durch Oberbürgermeister Andreas Brand und Bürgermeister Andreas Köster geehrt. Unser Bild zeigt den Ü17-Ehrungsblock 2. Bild: Christian Lewang <p>Liane Lippert hat in den Teamfarben des Team Stuttgart an der Trophée d'or in Frankreich für ein weiteres Ausrufezeichen gesorgt. Bild: Trophée d'or</p> d
Feierlaune bei der Sportlerwahl 2017: Das sind die Sportler des Jahres
Friedrichshafen
16.02.2017 21:17
Gute Stimmung herrschte bei der Sportlerehrung 2017 in Friedrichshafen. Oberbürgermeister Andreas Brand will weiter ein verlässlicher Partner des Sports sein.

Friedrichshafen – Man kann es drehen und wenden wie man will: Als Gast bei der Häfler Sportlerehrung in der Ettenkircher Ludwig-Roos-Halle fühlt man sich jedes Jahr aufs Neue wie in einer großen Familie. So war es auch am Donnerstagabend. Jeder kennt (fast) jeden und jeder freut sich am Erfolg des anderen. Radsportler treffen auf Badmintonspieler, Leichtathleten auf Taekwondo-Kämpfer und Segler auf Karatekas. Im Mittelpunkt standen die Sportler des Jahres – sportliche Vorbilder wie Beachvolleyball-As Julia Sude, der Olympia-Silbermedaillengewinner A.R. Issoufu AlfagaRazak, Radprofifahrerin Liane Lippert, Degenfechter Marco Birkenmaier und das erfolgreiche VfB-Badmintonteam. Aber nicht nur sie. Rund 250 Sportler, die bei „Jugend trainiert für Olympia“, bei Baden-Württembergischen Meisterschaften, bei Süd- und Südostdeutschen, bei Deutschen Meisterschaften und darüber hinaus bei Welt- oder Europameisterschaften bis hin sogar zu den Olympischen Spielen in Rio eindrucksvolle Erfolge erzielen konnten, wurden ausgezeichnet.

Stolz auf das Geleistete dürfen alle sein – natürlich vor allem die Athleten aller Altersgruppen, ihre Trainer, aber auch die Stadt. Dass sich Friedrichshafen nicht lumpen lässt und auch in diesem Jahr eine Sportlerehrung präsentierte, die in puncto Organisation und Umsetzung ihrem Namen alle Ehren macht – auch das ist Balsam auf das Herz derjenigen, die ihrem Sport mit all ihrer Leidenschaft nachgehen. „Alle Sportlerinnen und Sportler, die heute von der Stadt geehrt werden, haben ihr Talent nicht nur in die Wiege gelegt bekommen, sondern hart dafür gearbeitet.

Ihr habt durchgehalten und nicht aufgegeben, auch wenn es einmal wehtat. Ihr hattet den Willen, den Siegeswillen, den jeder braucht, um im entscheidenden Moment etwas schneller oder treffsicherer zu sein“, so die würdigenden Worte von Oberbürgermeister Andreas Brand, dessen Dank auch den zahlreichen ehrenamtlich tätigen Vereinsverantwortlichen galt, ohne deren oft jahrzehntelanges Engagement vieles erst ermöglicht werde.

Sich zufrieden zurücklehnen, dafür sieht man auch mit Blick auf die sportlichen Rahmenbedingungen keinen Grund. Die vorhandene und gute In­frastruktur der Sportstätten zu erhalten, zu verbessern und auszuweiten, dieser Aufgabe fühlt sich die Stadt verpflichtet, wie der OB betonte und keinen Zweifel daran ließ, dass die Stadt Friedrichshafen und die Zeppelin-Stiftung auch in Zukunft „verlässliche Partner des Sports“ sein werden. „Ich bin stolz, dass es uns im kommenden Monat sicherlich gelingen wird, die neuen und finanziell aufgebesserten Sportförderrichtlinien mit sofortiger Wirkung vom Gemeinderat beschließen zu lassen“, sagte Brand. „Es dauert nicht mehr lange, bis das neue Sportbad nebst Parkhaus eingeweiht werden kann“, so seine Prognose hinsichtlich des Sportparks rund um die ZF Arena. Und dass die vor wenigen Tagen vorgenommene Einweihung der neuen Schulsporthalle in Ailingen ebenfalls Anlass zur Freude ist, steht sicher außer Frage.

Genug der Worte. Zeit für Sport, Show und Musik. Zeit für den quirligen Auftritt der Kindergruppe der Turnerschaft Friedrichshafen, für Diabolo-Künstler Benjamin Müller, für Fußball-Artistik und Breakdance, Livemusik von der Band „Brasserie“ – und für jede Menge launige fraktionsübergreifende Gespräche. Auch das zeichnet eine gelungene Sportlerehrung aus.

  • Mannschaft des Jahres: VfB-Badmintonteam
  • Sportlerin des Jahres: Julia Sude
  • Sportler des Jahres: A. R. Issoufu Alfaga
  • Nachwuchssportlerin: Liane Lippert
  • Nachwuchssportler: Marco Birkenmaier
  • Sportlerehrenbrief: Ingrid Herzog

Badminton: Mit elf Siegen aus 14 Regionalliga-Spielen sicherte sich die erste Badminton-Mannschaft des VfB Friedrichshafen in der Spielzeit 2015/16 souverän die Meisterschaft der Regionalliga Südost, Staffel Süd. Für den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse, die 2. Bundesliga, mussten sich die Sportler trotzdem erst einmal durch zwei Relegationsrunden kämpfen. In deren Halbfinale besiegten die VfB-Badmintonspieler mit 5:3 und 7:1 zweimal den TV Unterdürrbach, richtig spannend wurde es im Finale. Mit einem 4:4 aus der ersten Partie auswärts beim TV Marktheidenfeld ging es in das alles entscheidende Rückspiel in der VfB-Sporthalle, das der VfB knapp mit 5:3 gewann und sich damit den Aufstieg in die 2. Bundesliga, Staffel Süd, sicherte. Im 2016er-Teil der Regionalliga-Spielzeit und in den Aufstiegsspielen blieb das Team bei nur einem Unentschieden komplett ungeschlagen.

Nach dem Aufstieg kämpft die Badminton-Mannschaft jetzt durchaus aussichtsreich um den Klassenerhalt in der neuen Spielklasse. Den Regionalliga-Titel und die Auszeichnung als Mannschaft des Jahres erspielten und erkämpften sich (von links): Michael Scheyerle, Moritz Herkner, Janina Schumacher, Teamkapitän Tobias Arenz, Nathalie Grittner, Björn Hagemeister und Wolf-Dieter Baier. (dod)

Beachvolleyball: Bereits zum dritten Mal ist Julia Sude Friedrichshafens Sportlerin des Jahres. Schon im Vorjahr und 2010 holte sie sich den Titel. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Chantal Laboureur feierte sie 2016 das vielleicht erfolgreichste Jahr ihrer Karriere – auch wenn der Sprung zu Olympia in Rio de Janeiro nicht gelang. Die Zahlen zum Ende des Jahres lesen sich dennoch beeindruckend: Deutsche Vizemeister, Zweite der deutschen Rangliste und gleichzeitig Zweite der Weltrangliste. Bei diesen drei Leistungen stand nur das alles überstrahlende Rio-Gold-Duo Laura Ludwig/Kira Walkenhorst einem ersten Platz im Weg. Im kroatischen Porec gelangen Sude und der früher für die BSG Dornier Immenstaad und den VfB Friedrichshafen aktiven Laboureur dafür der erste Turniersieg auf der Beachvolleyball-Worldtour, bei der Europameisterschaft Platz fünf. (dod)

Taekwondo: Sportgeschichte hat bei den letztjährigen Olympischen Spielen Abdoul Razak Issoufu Alfaga für sein Heimatland Niger geschrieben. In der Klasse über 80 Kilogramm unterlag der Athlet des BSV Friedrichshafen nur im Finale dem Aserbaidschaner Radik Isayev und holte damit Silber für sein Land. Das hatte es zuvor noch nie gegeben, bis dahin hatte Niger erst eine einzige Bronzemedaille bei Olympia gewonnen. Der 2,07-Meter-Hüne Alfaga war zudem Flaggenträger seines Landes bei Eröffnungs- und Abschlussfeier der Spiele in Rio de Janeiro. Das Training am Häfler Taekwondo Competence Center unter Coach Markus Kohlöffel zahlte sich für den 22-jährigen Schwergewichtskämpfer im vergangenen Jahr zudem mit Siegen bei den Belgian Open und Luxur Open aus, vor Olympia hatte er zudem schon Silber beim afrikanischen Ausscheidungsturnier gewonnen. (dod)

Radsport: Wo es Titel im Juniorinnen-Radsport zu vergeben gab, da war Liane Lippert 2016 fast immer zur Stelle. Baden-Württembergische Meisterschaft, U-19-Juniorinnen-Straßenrennen und -Einzelzeitfahren: beides gewonnen. Deutsche Meisterschaft, Straßenrennen der U-19-Juniorinnen: gewonnen. Europameisterschaft, Straßenrennen U 19: gewonnen. Juniorinnen-Gesamtwertung der Rad-Bundesliga: gewonnen. Bei der Weltmeisterschaft in der Hitze von Katar reichte es für die Fahrerin des RSV Seerose zu Platz neun. Kein Wunder also, dass Lippert nach 2013 zum zweiten Mal Friedrichhafens Nachwuchssportlerin des Jahres wird. Und auch anderen blieben ihre Leistungen nicht verborgen – etwa dem niederländischen Radsport-Team Sunweb, bei dem Lippert seit Anfang diesen Jahres unter Vertrag steht und dort eine Profikarriere anstrebt. (dod)

Fechten/Leichtathletik: Gleich in mehreren Disziplinen hat sich Marco Birkenmaier die Auszeichnung als Sportler des Jahres verdient. Einerseits mit Erfolgen für den VfB Friedrichshafen in seiner Hauptsportart, dem Fechten. Andererseits durch Siege in Mehrkampfdisziplinen mit der LG östlicher Bodenseekreis. Mit deren Team holte Birkenmaier etwa die baden-württembergische U-18-Mannschaftsmeisterschaft im Zehnkampf. Im Degenfechten schloss er das Jahr als Nummer eins der Einzel-U-17-Rangliste ab, wurde bei der entsprechenden Deutschen Meisterschaft Zweiter im Team und Dritter im Einzel. Bei der U-17-Europameisterschaft erreichte Birkenmaier im Einzel Platz 12, im Team Platz 10. Dieses Mannschaftsergebnis verbesserte sich bei der U-17-Weltmeisterschaft auf Platz 9. Nach 2012 wird Birkenmaier zum zweiten Mal Nachwuchssportler des Jahres. (dod)

Der Ehrenbrief der Stadt für Verdienste um den Sport geht an Ingrid Herzog. Seit 25 Jahren ist sie in leitender Funktion für die Turnerschaft Friedrichshafen tätig. Von 1992 bis 2011 leitete sie die Geschäftsstelle des Vereins, von 1993 bis 1997 war sie zudem Frauenwartin. Seit 2011 hat die 69-Jährige dieses Amt erneut inne. Ganz unabhängig von ihren Positionen zeichnen sie Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft aus, egal wann, für wen und in welcher Lage. Für die Turnerschaft, in der die in Bad Neustadt geborene Herzog bereits seit 1983 Mitglied ist, ist sie das, was man als "gute Seele des Vereins" beschreibt. Vonseiten der Stadt wird sie als Ansprechpartnerin ebenfalls geschätzt, wiederum weil auf sie Verlass ist, aber vor allem auch wegen ihrer Kompetenz. Am 12. Dezember 2016 entschied der Gemeinderat deswegen, Herzog den Ehrenbrief zu verleihen. (dod)

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