Blick auf Alpen und Bodensee: Neue Beobachtungsplattform im Eriskircher Ried
Hier kann man den Blick schweifen lassen: Die neue Beobachtungsplattform im Eriskircher Ried wird am 1. Juni offiziell eingeweiht. <sup></sup><sup></sup>
Hier kann man den Blick schweifen lassen: Die neue Beobachtungsplattform im Eriskircher Ried wird am 1. Juni offiziell eingeweiht. | Bild: Brigitte Geiselhart
Auch hier wird das Schilf bald wieder sprießen, junge Weiden sind gesetzt. Die Beobachtungsplattform ist bequem mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu erreichen.
Auch hier wird das Schilf bald wieder sprießen, junge Weiden sind gesetzt. Die Beobachtungsplattform ist bequem mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu erreichen. | Bild: Brigitte Geiselhart
Eriskirch
19.05.2017 16:09
Die Beobachtungsplattform wird am Donnerstg, 1. Juni, offiziell eingeweiht. Auch Staatssekretär besucht das Erikircher Ried.

Dieser Ort ist etwas Besonderes – und das zu jeder Tageszeit: Für Ornithologen, Fotografen, Menschen, die sich an Vogelgezwitscher oder am angrenzenden Auenwald erfreuen oder den Blick auf den Bodensee oder die Schweizer Alpen genießen möchten. Von Mitte Februar bis Anfang April wurde gebaut, jetzt wird die neue Beobachtungsplattform am sogenannten Alten Strandbad im Naturschutzgebiet Eriskircher Ried offiziell eingeweiht. Zur Feierstunde am 1. Juni um 15.15 Uhr erwartet Landrat Lothar Wölfle als Vorstand der Stiftung "Naturschutzzentrum Eriskirch" auch Staatssekretär Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Umfangreiche Bodengutachten, Luftbildgutachten und eine aufwendige Statik waren für die Baumaßnahme erforderlich, wie Gerhard Kersting, Geschäftsführer der Stiftung Naturschutzzentrum, erklärt. Insgesamt 210 000 Euro wurden in die Hand genommen. 90 Prozent werden vom Land und EU-Fördergeldern getragen, die restlichen zehn Prozent vom Landkreis und der Gemeinde Eriskirch übernommen. Gut angelegtes Geld, befindet Gerhard Kersting. Der alte Holzsteg stammte aus dem Jahr 1994 und war das erste große Projekt, das er als neuer Stiftungs-Geschäftsführer initiierte. Die neue Beobachtungsplattform sei zehn Meter weiter nach vorne gerückt und auch einen halben Meter höher und aufgrund der nicht zu steilen Rampe bequem mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu erreichen. Natürlich sei dadurch auch ein Eingriff in die Natur verbunden, der aber kanalisiert sei und dadurch eine geringe Störung mit sich bringe. "In jedem Fall viel sinnvoller als viele Trampelpfade und Leute die kreuz und quer durchs Naturschutzgebiet laufen", sagt Kersting.

Das Eriskircher Ried ist seit 1939 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Heute umfasst es zwischen Rotach- und Schussenmündung eine Fläche von rund 552 Hektar. Es ist damit das größte Naturschutzgebiet am nördlichen Ufer des Bodensees. Einheimische wie Feriengäste schätzen das Ried als Erholungsgebiet. Wenn man Glück hat, kann man hier den Gesang der Nachtigall hören und von der Irisblüte im Frühsommer ist sowieso nur zu schwärmen. Für viele, teils seltene Tiere und Pflanzen ist es zum unersetzlichen Lebensraum geworden. Als Rast- und Überwinterungsgebiet für nordosteuropäische – sogar sibirische Vögel – hat es internationale Bedeutung. Seit dem 75-jährigen Jubiläum im Jahr 2014 werden wechselweise großformatige Infotafeln aufgestellt, um den Betrachtern Tiere und Pflanzen näherzubringen. Ganzjährig bietet das Naturschutzzentrum Führungen, Familienaktionen und Vorträge an.

Informationen beim Naturschutzzentrum Eriskirch, Bahnhofstraße 24, Telefon 0 75 41/8 18 88, info@naz-eriskirch.de, www.naz-eriskirch.de

Aussichtspunkt und Führungen

  • Die neue Beobachtungsplattform im Eriskircher Ries ist am einfachsten mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen. Von Eriskirch kommend: Nach dem Überqueren der Bahnlinie geht es geradeaus, bis man auch den Hauptwanderweg durchs Eriskircher Ried stößt. Hält man sich anschließend rechts in Richtung Friedrichshafen, kommt man nach etwa 400 Metern an die Plattform. Die offizielle Einweihung der Beobachtungsplattform ist am Donnerstag, 1. Juni, um 15.15 Uhr.
  • Vogelkonzert im Eriskircher Ried und Auenwald: Ende April sind die meisten Singvögel aus dem Süden in die Brutgebiete zurückgekehrt, eine gute Zeit für Vogelstimmenführungen. Das Naturschutzzentrum Eriskirch bietet deshalb am Sonntag, 21. Mai, eine Morgenführung im Eriskircher Ried unter der Leitung von Dorothee Stuckle an. Treffpunkt der etwa zweistündigen Führung ist um 7 Uhr am Naturschutzzentrum. Fernglas nicht vergessen.
  • Die Irisblüte im Eriskircher Ried wird in Kürze beginnen. Das Naturschutzzentrum bietet aus diesem Anlass Führungen an, die alle am Naturschutzzentrum beginnen. Termine für diese Führungen sind am Samstag, 20. Mai, um 10 Uhr, Dienstag, 23. Mai, um 17 Uhr, Donnerstag (Feiertag), 25. Mai, um 8 Uhr (Vogelstimmen und Irisblüte), Samstag, 27. Mai, um 9 Uhr, Donnerstag, 1. Juni, um 17 Uhr und Freitag, 2. Juni, 9 Uhr.
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