„Grenzräume sind Innovationsräume“
Wirtschaft
17.01.2015 16:13
Der Regionalökonom Roland Scherer von der Universität St. Gallen erklärt, wie sich der hohe Frankenkurs langfristig auf die Wirtschaft in Südbaden auswirken könnte 

Der Regionalökonom Roland Scherer von der Universität St. Gallen erklärt, wie sich der hohe Frankenkurs langfristig auf die Wirtschaft in Südbaden auswirken könnteHerr Scherer, wie wird sich der hohe Frankenkurs in den nächsten Wochen in Südbaden bemerkbar machen?

In den nächsten drei bis vier Wochen wird es einen starken Einkaufstourismus aus der Schweiz geben. Dagegen werden Schweizer Betriebe, vor allem das produzierende Gewerbe und der Tourismus unter Druck geraten.

Und was werden die langfristigen Auswirkungen sein?

Das ist nicht so leicht zu beantworten, weil sich die Entwicklung des Frankenkurses nur schwer prognostizieren lässt. Bleibt es bei der Parität zwischen Franken und Euro wird es sogenannte Rückkopplungseffekte geben. Es könnten noch mehr Deutsche zum Arbeiten in die Schweiz gehen. Andererseits könnten auch Schweizer Firmen ihre Produktion nach Südbaden verlagern und Personal in der Schweiz entlassen. Gleichzeitig wird der Einwanderungsdruck auf die Schweiz zunehmen. Es gäbe dann weniger Arbeit, aber mehr Arbeitssuchende in der Schweiz. Fachkräfte könnten nach Südbaden zurückkehren. Diese Prozesse laufen allerdings nicht von heute auf morgen ab, sondern braucht eine monatelange Vorbereitungszeit.

Sie beschäftigen sich schon länger mit Grenzräumen. Was ist an Grenzräumen so spannend?

Grenzräume sind sehr dynamische Innovationsräume. Das gilt insbesondere für durchlässige Grenzräume wie die deutsch-Schweizer Grenzregion. Je verschiedener zwei Regionen sind, desto stärker und lohnenswerter ist der Austausch zwischen den Regionen und desto stärker sind die wechselseitigen Impulse. Wenn zwei Grenzräume identisch wären, würde sich der Austausch nicht lohnen.

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