Trump ist nicht der erste: Als Politiker verbal aufrüsteten
Ein B-1B Lancer-Bomber der US-Luftwaffe beim Start auf einem Stützpunkt in Südkorea.
Ein B-1B Lancer-Bomber der US-Luftwaffe beim Start auf einem Stützpunkt in Südkorea. | Bild: YNA/Yonhap/Archiv
Politik
09.08.2017 18:00
US-Präsident Donald Trump droht nach weiteren nordkoreanischen Raketentests mit einer Reaktion aus „Feuer und Wut“, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat. Es scheint eine neue Eskalationsstufe, er hat allerdings historische Vorreiter.
„Wenn sie jetzt nicht unsere Konditionen akzeptieren, müssen sie mit einem Regen der Zerstörung aus der Luft rechnen wie ihn die Welt zuvor noch nicht gesehen hat.“ Mit einem „rain of ruin“ droht US-Präsident Harry S. Truman 1945 kurz nach dem Abwurf der ersten Atombombe über Hiroshima Kriegsgegner Japan. Allerdings hatte das Kaiserreich - anders als Nordkorea heute - keine Nuklearwaffen.

„Wir werden euch begraben.“ Der Satz Nikita Chruschtschows von 1956 gilt später als ein Übersetzungsfehler des damaligen Dolmetschers in Moskau. US-Medien verstehen die Aussage als nukleare Drohung. Jahre danach sagt der sowjetische Staatschef in Washington vor Reportern, er habe nicht die physische Zerstörung der USA gemeint, sondern dass der Kommunismus den Kapitalismus überleben werde.

„Es ist sinnlos für sie, wenn sie versuchen Atomwaffen zu entwickeln. Denn wenn sie diese jemals nutzen würden, wäre es das Ende ihres Landes.“ Auf seinem Besuch in Südkorea und Japan versucht US-Präsident Bill Clinton im Juli 1993, die Verbündeten davon zu überzeugen, dass Washington gegen die Nuklearambitionen in Nordkorea vorgeht. Er stellt die Drohung eines Atom-Gegenschlags in den Raum.
„Es gibt einige, die glauben, sie könnten uns dort angreifen. Meine Antwort: Lass sie doch kommen. Wir haben die notwendige Streitmacht, um mit der Situation umgehen zu können.“

Mit „Bring 'em on“ kommentiert Präsident George W. Bush 2003 die Guerilla-Attacken gegen das US-Militär im Irak.
Zehn Jahre später sind knapp 4500 US-Soldaten tot, mehr als 30 000 wurden verwundet.

„Eine neue Welle ist im Anmarsch und die könnte es schaffen, dass dieser Schandfleck aus der islamischen Welt und der Karte des Nahen Ostens ausradiert wird.“ Mit seiner Drohung gegen Israel ruft der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Oktober 2005 weltweit Entrüstung hervor. Israel sieht sich vor allem wegen des Teheraner Atomprogramms in seiner Existenz bedroht.

„Sie sollten auf alles gefasst sein.“ Im Interview mit dem TV-Sender CBS warnt der syrische Präsident Baschar al-Assad 2013 vor den Folgen eines US-Militärschlags auf sein Land. Washington hatte nach einem Giftgasangriff den Druck auf das Regime in Damaskus erhöht.

„Bei den geringsten Anzeichen eines Versuchs, unsere oberste Führung zu beseitigen, werden wir mit unserem mächtigen Atomhammer (...) erbarmungslos in das Herz der USA schlagen.“ Das nordkoreanische Außenministerium droht Washington im Juli 2017. Zuvor waren dort Überlegungen angestellt worden, wie Machthaber Kim Jong Un von den Atomwaffen zu trennen sei.
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