Medien: Türkische Polizei verhindert Anschlag auf Protestmarsch der Opposition
Der Marsch der Gerechtigkeit ist im Blickpunkt.
Der Marsch der Gerechtigkeit ist im Blickpunkt. | Bild: GURCAN OZTURK (AFP)
Istanbul
05.07.2017 15:36
Die türkische Polizei hat einem Medienbericht zufolge einen Bombenanschlag auf den „Marsch für Gerechtigkeit“ der Opposition verhindert.
Die Polizei habe nach einem Hinweis sechs Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen, die den Protestmarsch mit einem Minibus angreifen wollten, sagte der Gouverneur der Provinz Kayseri, Süleyman Kamci, am Mittwoch laut der Zeitung „Hürriyet“. Eine „große Provokation“ sei verhindert worden.

Laut „Hürriyet“ wurden zwei der Verdächtigen in Kocaeli gefasst, wo sich der Marsch derzeit befindet. Die anderen vier wurden demnach in der zentralanatolischen Provinz Kayseri festgenommen. Der Gouverneur sagte, die Verdächtigen hätten Fahnen der regierenden AKP am Minibus befestigen wollen, um den Angriff wie eine Tat der islamisch-konservativen Regierungspartei aussehen zu lassen.

Sicherheitsmaßnahmen wurden verschärft


Laut „Hürriyet“ verschärfte die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen um den Marsch von Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu, der derzeit auf den letzten Etappen vor Istanbul ist. Der Vorsitzende der oppositionellen CHP hatte den Marsch am 15. Juni in Ankara gestartet und hat seitdem mehr als 300 Kilometer zurückgelegt. Mehr als 10.000 Menschen folgen ihm täglich auf dem Marsch.

Die Regierung hat den Marsch wiederholt scharf kritisiert, ist bisher jedoch nicht eingeschritten.
Kilicdaroglu warnte in den vergangenen Tagen immer wieder vor „Provokationen“. So könnte es einen Angriff von Ultranationalisten geben, um der Regierung einen Vorwand zu liefern, um den Marsch aus Sicherheitsgründen zu verbieten, warnte der CHP-Vorsitzende.
Der Marsch der Gerechtigkeit führt von Ankara nach Istanbul.
Der Marsch der Gerechtigkeit führt von Ankara nach Istanbul. Bild: GURCAN OZTURK (AFP)

CHP-Sprecher Bülent Tezcan bezeichnete die Festnahmen der Verdächtigen aber als eine „Routineoperation“ der Sicherheitskräfte. „Trotz aller versuchten Provokationen sind wir bemüht, den Marsch in einem sicheren Umfeld fortzuführen“, sagte Tezcan. Er erwarte, dass der Marsch noch größer werde, sobald er Istanbul erreiche.
 
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