ARCHIV - Musiklehrer Phillip P. steht am 04.08.2016 in einem Saal des Amtsgerichts in Neuss (Nordrhein-Westfalen). Der 50 Jahre alte Lehrer soll Schülern eine Strafarbeit gegeben und sie laut Anklage so lang am Verlassen der Klasse gehindert haben, bis sie alle Aufgaben gelöst hätten.
Freiheitsberaubung im Klassenraum? Musiklehrer in zweiter Instanz freigesprochen
Bild: Rolf Vennenbernd (dpa)
Düsseldorf
17.02.2017 15:25
Ein Musiklehrer aus Nordrhein-Westfalen ist am Freitag vom Vorwurf der Freiheitsberaubung freigesprochen worden.

Er war angezeigt worden, nachdem er Schüler daran gehindert hatte, den Klassenraum zu verlassen. Die Jungen und Mädchen der als laut geltenden Realschulklasse hatte der Mann dazu verdonnert, eine Strafarbeit über den Geigenspieler Paganini zu schreiben und nicht vor dem Abschluss den Raum zu verlassen.

In erster Instanz war der Pädagoge aus Kaarst vom Amtsgericht in Neuss wegen Freiheitsberaubung zu einer „Verwarnung mit Strafvorbehalt“ verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Das Düsseldorfer Landgericht konnte nun nach eigenen Angaben keine Straftat im Verhalten des Mannes erkennen.

Die Kammer hatte zuvor vergeblich eine Einstellung des Verfahrens angeregt und betont, der Sachverhalt sei „ungeeignet, von einem Strafgericht entschieden zu werden“. Doch der Einstellung des Verfahrens ohne eine Geldauflage hatte die Staatsanwaltschaft nicht zugestimmt.

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