Michael Keaton spielt in "The Founder" den Mc-Donald's-Gründer Roy Kroc. Bild: dpa
Wie ein Schnellimbiss die Welt eroberte - Mit Video
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Konstanz
18.04.2017 18:59
In "The Founder" spielt der großartige Michael Keaton den McDonald's-Gründer Ray Kroc.

Schon mal den Namen Ray Kroc gehört? Dem Mann ist es zu verdanken, dass Milliarden von Menschen bei Burgern zunächst an in Papier eingeschlagene Pappbrötchen denken und die Marke McDonald’s eine der bekanntesten der Welt ist. Wobei er in den Fünfziger Jahren die Firma nicht im eigentlichen Sinne erfunden hat, wie nun „The Founder“ zeigt.

 

Als fahrender Vertreter nämlich stößt Kroc (Michael Keaton) 1954 eher zufällig auf McDonald’s, ein erfolgreiches Selbstbedienungsrestaurant der beiden Brüder Mac und Dick McDonald (John Carroll Lynch & Nick Offerman), die wie niemand vor ihnen auf Schnelligkeit und Simplizität setzen. Lange schon auf der Suche nach einer zündenden Geschäftsidee überredet der ehrgeizige Kroc die beiden, mit ihm einen Franchise-Deal abzuschließen – und schon bald erobern die Läden mit den gold-leuchtenden Bögen das ganze Land. Gravierende Spannungen zwischen den Vertragspartnern bleiben angesichts vollkommen unterschiedlicher Ambitionen aber natürlich nicht aus, vor allem als Kroc mit Milchshakes aus Pulver die Effizienz erhöhen und mit den Restaurant-Grundstücken das große Geld machen will.

So recht kann sich der Film von John Lee Hancock („Blind Side“) nicht entscheiden, ob er seinen Protagonisten nun eigentlich als strahlenden Business-Helden oder als fiesen Abzocker sieht. Für „The Founder“ ist das Fluch und Segen gleichermaßen: einerseits dringt die Geschichte nie zum wirklichen Kern von Ray Kroc vor, andererseits findet der hervorragende Michael Keaton gerade darin den Stoff für ein faszinierendes Porträt voller Grautöne. Dass andere Figuren – allen voran Laura Dern und Linda Cardellini als die Frauen in Krocs Leben – dabei zu Statisten geraten, bleibt allerdings leider nicht aus.

Mehr denn als Biografie eines streitbaren Unternehmers überzeugt „The Founder“ ohnehin als halb nostalgischer, halb analytischer Blick auf eine Zeit des Umbruchs für Amerika, seine Wirtschaft und damit den Kapitalismus weltweit. Der wäre mit einem anderen Erzählansatz sicherlich noch substantieller ausgefallen, sorgt aber auch so für zwei interessante und unterhaltsame Kinostunden.

 

Regie: John Lee Hancock

Darsteller: Michael Keaton, Nick Offerman, Laura Dern, John Carroll Lynch

Produktionsland: USA 2016

Länge: 115 Minuten

Fazit: Der Film überzeugt weniger als Biografie denn als Analyse der Wirtschaftswunderjahre

 

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