So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern: Die wichtigsten Tipps
Unheimlich: Ein vermummter Mann versucht in ein Haus einzubrechen. In Schwenningen erlebt ein Ehepaar diesen Schrecken.
Die Zahl der Einbrüche in der Region nimmt immer weiter zu. Die Polizei kann jeden zehnten Fall aufklären - was Sie persönlich zum Schutz vor Einbrechern oder im Schadensfall tun können, erfahren Sie hier. | Bild: Picture Alliance / DPA
Ratgeber
06.04.2017 17:12
Was Sie persönlich zum Schutz vor Einbrechern tun können, erfahren Sie hier.

So machen Sie Ihre vier Wände sicher


Außentüren
Haus- und Wohnungstüren sollten einbruchhemmend sein. Viele Außentüren sind schon allein mit körperlicher Gewalt leicht zu überwinden. Wichtig: die Tür beim Verlassen der eigenen vier Wände immer zweifach abschließen, Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen verstecken, bei Verlust des Schlüssels umgehend den Schließzylinder auswechseln. Zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen.

Rolläden
Häufig können Rollläden durch einfaches Hochschieben relativ leicht überwunden werden. Empfehlenswert sind geprüfte einbruchhemmende Rollläden der Widerstandsklasse 2. Wichtig: Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen werden, damit sie nicht sofort Ihre Abwesenheit signalisieren.

Fenster, Balkon- und Terrassentür
Meist werden Fenster vom Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufgehebelt. Leicht erreichbare Fenster-, Terrassen- und Balkontüren sind besonders gefährdet. Übliche Fensterkonstruktionen bieten keinen Schutz vor Einbrechern. Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit. Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen.

Garage
Einbrecher dringen in Garagen ein, um von dort über die Verbindungstür in das Wohnhaus einzubrechen, aber auch, um aus der Garage Gegenstände zu entwenden. Bei einem Neubau sollten Sie prüfen, ob eine Tür zwischen Garage und Wohnhaus beziehungsweise Garten unbedingt benötigt wird. Außerdem sollten Sie sich fragen, ob Garagenfenster wirklich erforderlich sind. Durch den Einbau eines geprüften einbruchhemmenden Garagentores erhält man einen guten Einbruchschutz.

Grundstück
Wie „einladend“ Ihr Grundstück für Einbrecher ist, können Sie durch bewusste Gestaltung beeinflussen. Bäume, Sträucher und Hecken bieten auch Einbrechern Schutz. Ein Zaun bildet eine erste Barriere.

Licht
Licht wirkt auf Einbrecher abschreckend. Deshalb sollten einbruchgefährdete Bereiche beleuchtet sein.

Aufstiegshilfen
Mülltonnen, Gartenmöbel, Leitern, Rankgerüste und hausnahe Bäume eignen sich als Aufstiegshilfe für Einbrecher. Sie sollten weggeschlossen beziehungsweise entfernt werden.

Telefon
Telefonleitungen sollten unterirdisch ins Haus geführt werden, damit Ihnen nicht die Verbindung zur Außenwelt „abgeschnitten“ wird.

Alarmanlagen
Einbruchsmeldeanlagen (Ema) können Einbrecher schon im Vorfeld abschrecken. Zudem bieten Alarmanlagen die Chance, dass Einbrecher schneller entdeckt werden. Es gibt die unterschiedlichsten Anlagen, deren Können und Qualität sich meist auch im Preis widerspiegelt. Dabei ist immer die Frage, wie umfangreich der Schutz sein soll. Wichtig: Fehlalarme sollten ausgeschlossen werden, damit eine Alarmanlage nicht ihre Wirkung verliert. Außerdem müssen oftmals auch Notfall-Einsätze bei Falschalarmen bezahlt werden.

Kellerschächte
Verriegeln Sie die Roste auf den Kellerschächten durch einbruchsichere Vorkehrungen. Einbrecher kommen vor allem in Einfamilienhäuser gern durch die Kellerschächte. Entsprechende mechanische Vorrichtungen sind in Baumärkten, vor allem aber auch im Fachhandel zu haben.
 

So kommen Sie Einbrechern zuvor


Einbrecher kennen Sie
Die meisten Einbrecher suchen ihr Objekt nach bestimmten Kriterien aus. Entscheidend ist, ob sie unbehelligt und leicht in das Haus oder die Wohnung gelangen und ob sie schnell fliehen können. Wichtig: Seien Sie aufmerksam, wenn Sie die Haustür verschlossen hinter sich lassen. Achten Sie auf Unregelmäßigkeiten in Ihrem Umfeld, etwa auf wartende Insassen in parkenden Fahrzeugen.

Einbrecher kennen die Verstecke
Selbst vermeintlich verborgene Orte, die Bewohner für sicher halten, lassen sich von einem erfahrenen Einbrecher schnell ausfindig machen. Daher: niemals sicher sein, dass die Juwelen im Tiefkühlfach oder der Schmuck im Plastiksack in einem Spülkasten einem Täter auch verborgen bleibt.

Achtung Gaunerzinken
In Teilen Deutschlands sind sogenannte Gaunerzinken aufgetaucht. Zeichen, die darauf hinweisen sollen, was Einbrecher erwartet. Die Zeichensprache war ursprünglich vom fahrenden Volk entwickelt worden, durchaus zu legalen Zwecken. Etwa von Scherenschleifern, um Kollegen mitzuteilen, wo man faire Aufträge bekommt. Heute werden sie aber auch von Kriminellen dazu benutzt, Gaunerkollegen zu briefen: ob ein Hund wacht, ob die Bewohner schnell die Polizei holen. Wenn Gaunerzinken, die meist nicht größer als ein 20-Cent-Stück sind, auftauchen, wenn zuvor ein Fremder an der Tür war, sollte die Polizei verständigt werden.

Gekippte Fenster
Einbrecher nehmen gern den einfachsten Weg. Oft suchen sie zunächst nach einem gekippten Fenster. Damit ist es meist nur eine Sache von Sekunden, bis sie drin sind. Schließen Sie daher immer alle Fenster, bevor Sie das Haus verlassen, selbst für kurze Zeit.

Dunkelheit zieht Täter an
Die meisten Einbrüche werden nachts im Schutze der Dunkelheit begangen. Daher ist besonders die kalte Jahreszeit ein Konjunkturprogramm für Einbrecher. Das heißt: Tagsüber keine Roll-Läden herunterlassen, um nicht den Eindruck eines verwaisten Hauses zu erregen. Bei Dämmerung bereits den Tätern zeigen, dass jemand zu Hause ist. Etwa über Zeitschaltuhren, die das Licht oder auch Roll-Läden steuern.

Geld und Wertsachen beliebt
Einbrecher haben es auf alles abgesehen, was sich schnell versilbern lässt. Verwahren Sie möglichst nur das zu Hause, was Sie absehbar auch brauchen. Nutzen Sie sichere Safes – bei einer Bank oder zu Hause. Fotografieren Sie Ihre Goldkette und Opas silberne Uhr und fertigen Sie eine detaillierte Liste aller Wertgegenstände an, die es auch über das Internet bei Versicherungen gibt. Dadurch kann später eine Wiederbeschaffung erleichtert werden. (nik)
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