Kommentar: Das Flugzeug will nicht abheben
SÜDKURIER-Politik-Redakteur Uli Fricker
SÜDKURIER-Politik-Redakteur Uli Fricker | Bild: Südkurier
Konstanz
24.07.2017 09:56
Dass das Flugzeug von SPD-Generalsekretär Heil nicht abheben konnte, hält SÜDKURIER-Politik-Redakteur Uli Fricker für symptomatisch für die Partei.

Um ungehaltene Reden ist es schade. Das schöne Manuskript geht verloren und landet im Archiv. So ergeht es auch dem Beitrag, den SPD-Generalsekretär Hubertus Heil beim Landesparteitag leisten wollte: Sein Flugzeug stand stundenlang auf dem Rollfeld in Berlin, so dass der Landesparteitag auf den kämpferischen Beitrag aus Berlin verzichten musste.

Die Szene ist symptomatisch für die Sozialdemokraten. Martin Schulz stellt die SPD als Überflieger dar. Tatsächlich erinnert die Partei an ein Flugzeug, das noch zu Jahresbeginn imposante Kreise über Berlin zog. Die günstige Thermik hat sich verzogen. Derzeit parkt der rote Jumbo am Rande des Rollfelds und krächzt als Unglücksrabe. Andere stehlen der SPD die (Flug)Schau, allen voran die CDU mit ihren tollkühnen Figuren bei der Abstimmung zur "Ehe für alle". Der Merkel-Zeppelin schaffte es im Bundestag, gleichzeitig nach vorne zu fahren und zurückzurudern. Den kleinen Seglern stahl die Kanzlerin den Wind unter der Tragfläche.

Für Leni Breymaier steht der politische Ruf auf dem Spiel. Die Landesvorsitzende hat 2016 ihren Parteifreund Nils Schmid mit zackigen Worten verdrängt. Nun muss sie beweisen, dass sie Wähler anzieht und nicht mit hemdsärmliger Rhetorik verschreckt.

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