Was kann Googles erstes Smartphone? Wir haben das Google Pixel getestet!
Die Kamera des Google Pixels wird von Kritikern hochgelobt - zu Recht, sie macht tolle Bilder.
Die Kamera des Google Pixels wird von Kritikern hochgelobt - zu Recht, sie macht tolle Bilder. | Bild: Isabelle Arndt
Technik
20.10.2016 18:07
Google bringt mit dem Pixel sein erstes komplett eigenes Smartphone heraus. Das hat mit bis zu 1009 Euro einen stolzen Preis, doch ist es das wert? Wir haben es auf Herz und Nieren getestet. Mit Video!

Schick kommt es daher, Googles neues Smartphone Pixel. Verpackt in buntem Geschenkpapier, das beim Öffnen schön raschelt. Die Farben sind leuchtend blau, grün, gelb und rot wie in Googles Logo. Erst dann ist der Blick frei auf eine schlichte, fast quadratische Box. Ein Quadrat aus der Hülle ziehen, öffnen und da ist es.
Das Smartphone selbst ist wie die Box schlicht gestaltet, weiß mit großem Bildschirm.



Optisch erinnert es an einen Hybrid aus iPhone und Samsung – anders als bei den Konkurrenzprodukten fehlt der Home-Button, doch auch das Pixel ist strahlend weiß und hat einen abgerundeten Aluminium-Rahmen. Also nichts, was man nicht schon einmal gesehen hätte.

Im Vergleich mit dem Samsung Galaxy S7 fällt die Ähnlichkeit auf.
Im Vergleich mit dem Samsung Galaxy S7 fällt die Ähnlichkeit auf. Bild: Isabelle Arndt

Irritierend ist, dass Google die Front mit einem breiten weißen Rand ausstattet, dieser aber keinerlei Funktion hat. Während Apple hier seinen Home-Button hat und Samsung etwa eine Zurück-Taste bietet, drückt man beim Pixel vergeblich auf die glänzende Fläche. Wer im Menü zurück möchte, findet links im Bildschirmrand einen kleinen Pfeil.

Kein Google-Smartphone ohne Google-Account: Die persönliche E-Mail-Adresse wird gleich zu Beginn abgefragt.
Kein Google-Smartphone ohne Google-Account: Die persönliche E-Mail-Adresse wird gleich zu Beginn abgefragt. Bild: Isabelle Arndt

Dass es ein Google-Phone ist, zeigt sich nicht nur mit dem schlichten Logo-Buchstaben auf der Rückseite und auf dem Startbildschirm. Gleich zum Start wird der Google-Account abgefragt. Außerdem möchte der integrierte Assistent die Stimme des neuen Besitzers hören – nach zwei, drei Sprechproben ist er zufrieden und reagiert nun auf das "Ok Google".

Ein kleines Manko: Die Einrichtung funktioniert komplett auf Englisch. Die Sprache ist voreingestellt, erst nach einem ersten Setup lässt sie sich in den Einstellungen ändern.

Mit dem Smartphone startet auch der Assistent.
Mit dem Smartphone startet auch der Assistent. Bild: Isabelle Arndt
Ähnlich wie Apples Siri soll der Google Assistent zum ständigen Begleiter werden – was liegt da näher, als ihn nach der nächst gelegenen Pizzeria oder dem morgigen Wetter zu fragen? Antworten liefert er souverän, auch erste Ansätze einer Unterhaltung sind möglich. Nach welchen Kriterien das möglich ist, bleibt aber unklar – auf ein "Verschwinde" reagiert der Assistent mit traurigem Smiley, auf "Wie geht es dir" zeigt er dagegen die Google-Ergebnisse zu dieser Frage an.

Verglichen mit Siri ist da noch Luft nach oben – das gibt Google auch selbst zu, in der deutschen Sprache soll der Assistent nach und nach verbessert werden. Wenn man ihn nach dem Titelsong aus dem Film Titanic fragt, zeigt er zuverlässig die Wikipedia-Seite von Celine Dions Hit "My Heart will go on". Bei dieser Frage muss Apples Siri passen:

Wenn Apples Assistentin die Frage nach dem berühmten Titelsong gestellt wird, sagt sie etwas verwirrt: "Tut mir leid, ich habe die Frage 'Wie heißt der Titelsong des Films 'Titanic' nicht verstanden."
Der Blur-Effekt vom neuen Google Pixel Smartphone: Die Hülle ist scharf, der Rest unscharf.
Der Blur-Effekt vom neuen Google Pixel Smartphone: Die Hülle ist scharf, der Rest unscharf. Bild: Isabelle Arndt

Nun zur Kamera, einem der maßgeblichen Argumente von Googles Pixel. Tatsächlich macht das Smartphone gute Bilder selbst bei Gegenlicht, die Kamera lässt sich vielfach einstellen und ermöglicht auch Spielereien wie den Blur Effekt. Dabei wird ein Bildgegenstand scharf gestellt, der Rest wird unscharf.

Bei der Video-Funktion überzeugt der integrierte Bildstabilisator – wer hätte gedacht, dass ein ruckliger Spaziergang durch die Redaktionsräume im Video so viel hermacht? Die bewussten Ruckler werden galant reduziert.

Das braucht aber ganz schön Leistung: Nach nur zehn Minuten ist das Smartphone deutlich erwärmt. Anfangsschwierigkeiten und Nebeneffekt von einigen Updates im Hintergrund oder ein dauerhaftes Problem? Nach weiteren zehn Minuten ist es deutlich abgekühlt.
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